Radiologische Klinik II – Kompetenzzentrum für Bildgebung und minimalinvasive Therapien
Die diagnostische und interventionelle Radiologie ist ein zentrales Bindeglied der modernen Medizin. In der Radiologischen Klinik II des Katholischen Klinikums Essen kommen hochspezialisierte Verfahren der Bildgebung und minimalinvasiven Therapie zum Einsatz, um Erkrankungen frühzeitig zu erkennen, präzise zu beurteilen und schonend zu behandeln. Dabei arbeiten Radiologinnen und Radiologen eng mit den zuweisenden Fachabteilungen zusammen, um für jede Patientin und jeden Patienten eine individuell abgestimmte Diagnostik und Therapie zu ermöglichen.
Leistungsspektrum der diagnostischen Radiologie
Die diagnostische Radiologie bildet das gesamte Spektrum moderner Bildgebung ab. Im Fokus stehen Untersuchungen von Gehirn und Nervensystem, Herz und Gefäßen, Thorax und Lunge, Abdomen und Becken, Bewegungsapparat sowie onkologische Fragestellungen. Durch standardisierte Untersuchungsprotokolle und die Einbindung aktueller Leitlinien werden zuverlässige und reproduzierbare Ergebnisse gewährleistet.
Magnetresonanztomographie (MRT)
Die Magnetresonanztomographie ermöglicht eine hochauflösende Darstellung von Weichteilen, Gelenken, Organen und Gefäßen ohne Röntgenstrahlung. Besondere Schwerpunkte liegen auf der neuroradiologischen Diagnostik, der Tumor- und Leberbildgebung, der muskuloskelettalen MRT sowie der Herz- und Gefäßdarstellung. Moderne Sequenzen sorgen für eine verkürzte Untersuchungszeit und verbessern sowohl den Komfort als auch die Bildqualität.
Computertomographie (CT)
Die Computertomographie wird für schnelle und präzise Querschnittbilder eingesetzt, insbesondere bei akuten Fragestellungen wie Schlaganfall, Lungenembolie, Trauma oder akuten abdominellen Schmerzen. Niedrigdosis-Protokolle, iterative Rekonstruktionsverfahren und patientenadaptierte Kontrastmittelgaben tragen dazu bei, die Strahlenexposition so gering wie möglich zu halten und dennoch eine hohe diagnostische Sicherheit zu gewährleisten.
Konventionelles Röntgen und Durchleuchtung
Das konventionelle Röntgen ist weiterhin ein unverzichtbarer Bestandteil der radiologischen Diagnostik, etwa bei Erkrankungen des Skeletts, der Lunge oder des Bauchraums. Durchleuchtungsuntersuchungen kommen vor allem bei funktionellen Fragestellungen zum Einsatz, beispielsweise im Bereich des Magen-Darm-Trakts oder bei speziellen Urogenitaluntersuchungen.
Sonographie
Die Ultraschalldiagnostik ergänzt das Spektrum der Schnittbildverfahren. Sie wird insbesondere zur Untersuchung von Bauchorganen, Schilddrüse, Gefäßen, Weichteilen und für gezielte Punktionen eingesetzt. Farbdoppler- und Kontrastmittelsonographie ermöglichen eine detaillierte Beurteilung von Gefäßen und perfusionsabhängigen Veränderungen.
Interventionelle Radiologie: Schonende Alternativen zur Operation
Die interventionelle Radiologie bietet eine Vielzahl minimalinvasiver Therapieverfahren, die häufig als Alternative oder Ergänzung zu klassischen operativen Eingriffen dienen. Unter Bildkontrolle werden Katheter, Sonden oder Nadeln millimetergenau im Körper platziert, um Gefäße zu behandeln, Tumoren zu therapieren oder Flüssigkeitsansammlungen zu drainieren. Ziel ist es, den Eingriff so schonend wie möglich zu gestalten, Komplikationen zu minimieren und die Genesungszeit zu verkürzen.
Gefäßinterventionen
Bei Gefäßerkrankungen kommen angiographische Verfahren zum Einsatz. Mittels Kathetertechniken können Gefäßverengungen (Stenosen) erweitert, Gefäßverschlüsse rekanalisiert und Blutungen durch gezielte Embolisation gestoppt werden. Typische Anwendungsgebiete sind arterielle Verschlusskrankheiten, Stenosen der Nieren- oder Viszeralarterien, Aneurysmen, Blutungsquellen im Magen-Darm-Trakt sowie Tumor-assoziierte Gefäßveränderungen.
Onkologische Interventionen
Für die Behandlung bösartiger Tumoren stehen vielfältige lokal-ablative und embolisierende Verfahren zur Verfügung. Hierzu zählen etwa Radiofrequenzablation (RFA) und Mikrowellenablation, bei denen Tumoren in Leber, Lunge oder Niere durch Hitze zerstört werden. Transarterielle Chemoembolisation (TACE) oder andere Embolisationstechniken ermöglichen es, Tumore gezielt über die sie versorgenden Gefäße zu behandeln, wodurch die systemische Belastung reduziert und die lokale Wirksamkeit erhöht wird.
Interventionelle Schmerztherapie und Drainageverfahren
Unter bildgebender Kontrolle werden außerdem Drainagen, Katheter und Portsysteme sicher platziert. Dazu zählen beispielsweise die Anlage von Gallenwegsdrainagen, Drainagen bei Abszessen oder Flüssigkeitsansammlungen sowie interventionelle Schmerztherapieverfahren an der Wirbelsäule oder großen Gelenken. Diese gezielten Eingriffe tragen wesentlich zur Symptomlinderung und zur Verbesserung der Lebensqualität der Patientinnen und Patienten bei.
Neuroradiologische Expertise
Im Bereich der Neuroradiologie steht die Diagnostik von Erkrankungen des Gehirns, des Rückenmarks und der hirnversorgenden Gefäße im Mittelpunkt. Hochauflösende MRT- und CT-Untersuchungen ermöglichen die frühzeitige Erkennung von Schlaganfällen, entzündlichen Erkrankungen, Tumoren oder degenerativen Veränderungen. Ergänzend kommen spezielle Techniken wie Perfusionsbildgebung, Diffusionsbildgebung und MR-Angiographie zum Einsatz.
In Zusammenarbeit mit den neurologischen und neurochirurgischen Fachabteilungen werden Befunde interdisziplinär diskutiert, um individuelle Therapieentscheidungen zu treffen. Bei akuten neurologischen Notfällen spielt die neuroradiologische Diagnostik eine zentrale Rolle im Rahmen der zeitkritischen Schlaganfallversorgung.
Enge Zusammenarbeit mit Zuweisenden und Fachabteilungen
Die Radiologische Klinik II versteht sich als serviceorientierter Partner für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sowie für die klinischen Fachabteilungen. Kurze Kommunikationswege, strukturierte Befundberichte und interdisziplinäre Fallkonferenzen gewährleisten eine schnelle und zielgerichtete Abstimmung. Spezialisierte radiologische Expertise steht für die Bereiche Innere Medizin, Kardiologie, Onkologie, Viszeralchirurgie, Gefäßchirurgie, Orthopädie, Unfallchirurgie, Gynäkologie, Urologie und viele weitere Fachrichtungen zur Verfügung.
Qualität, Sicherheit und Patientenzentrierung
Die Radiologische Klinik II legt besonderen Wert auf hohe Qualitätsstandards, Patientensicherheit und eine vertrauensvolle Atmosphäre. Dazu gehören der verantwortungsvolle Umgang mit Strahlung, die Verwendung moderner Dosisreduktionsverfahren, ein strukturiertes Qualitätsmanagement sowie regelmäßige Fort- und Weiterbildungen des gesamten Teams. Patientenaufklärung, individuelle Betreuung und eine möglichst angenehme Untersuchungsumgebung sind feste Bestandteile des Behandlungskonzepts.
Von der Erstdiagnostik bis zur Verlaufskontrolle
Radiologische Verfahren begleiten den gesamten Behandlungspfad: von der ersten Verdachtsdiagnose über die Therapieplanung bis hin zur Nachsorge und Verlaufskontrolle. Durch standardisierte Bildgebungskonzepte können Veränderungen im Krankheitsverlauf objektiv beurteilt, Therapieerfolge dokumentiert und frühzeitig Rückschlüsse auf notwendige Therapieanpassungen gezogen werden. Dies gilt insbesondere für chronische Erkrankungen, onkologische Therapien und komplexe Gefäß- oder Organerkrankungen.
Moderne Technik und spezialisierte Teams
Der Einsatz moderner Tomographie- und Angiographiesysteme, digitaler Archivierung und strukturierter Befundung (einschließlich standardisierter Klassifikationssysteme) bildet die technische Basis der Klinik. Gleichzeitig sind es die interdisziplinär aufgestellten Teams aus Fachärztinnen und Fachärzten, Assistenzärztinnen und -ärzten, Medizinisch-Technischen Radiologieassistentinnen und -assistenten sowie Pflegekräften, die eine hochwertige, sichere und patientenorientierte Versorgung ermöglichen.