Umfassende Versorgung bei Blut- und Krebserkrankungen
Die Abteilung für Hämatologie und internistische Onkologie der Medizinischen Klinik III bietet Patientinnen und Patienten eine spezialisierte Versorgung bei Erkrankungen des Blutes, des blutbildenden Systems und bösartigen Tumorerkrankungen innerer Organe. Im Mittelpunkt stehen eine präzise Diagnostik, individuell abgestimmte Therapiekonzepte und eine menschlich zugewandte Betreuung.
Schwerpunkte der Hämatologie
Die Hämatologie befasst sich mit gut- und bösartigen Erkrankungen des Blutes sowie des Knochenmarks. In der Klinik werden moderne diagnostische Verfahren eingesetzt, um selbst komplexe Krankheitsbilder sicher zu erfassen und zielgerichtet zu behandeln.
Behandelte hämatologische Erkrankungen
- Akute und chronische Leukämien
- Lymphome (z. B. Hodgkin- und Non-Hodgkin-Lymphome)
- Myelodysplastische Syndrome und myeloproliferative Neoplasien
- Plasmazellerkrankungen, etwa das Multiple Myelom
- Gutartige Bluterkrankungen wie Anämien oder Gerinnungsstörungen
Durch eine enge Verzahnung von Laboranalytik, molekulargenetischer Diagnostik und bildgebenden Verfahren lassen sich Krankheitsverlauf, Prognose und Therapieansprechen engmaschig beurteilen.
Internistische Onkologie – Tumorerkrankungen ganzheitlich behandeln
Die internistische Onkologie der Medizinischen Klinik III deckt das gesamte Spektrum solider Tumoren der inneren Organe ab. Das Behandlungsteam plant gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten eine Therapie, die sowohl medizinische Effektivität als auch Lebensqualität berücksichtigt.
Typische onkologische Krankheitsbilder
- Bronchialkarzinome und andere Tumoren der Lunge
- Magen-Darm-Tumoren, beispielsweise Kolon- oder Rektumkarzinome
- Leber-, Gallenwegs- und Pankreastumoren
- Nieren- und Harnwegstumoren
- Gynäkologische Tumoren und urologische Karzinome in internistisch-onkologischer Mitbehandlung
Interdisziplinarität spielt eine zentrale Rolle: In Tumorkonferenzen werden Therapiestrategien gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus Chirurgie, Strahlentherapie, Radiologie, Pathologie und weiteren Fachdisziplinen festgelegt.
Moderne Diagnostik – Grundlage für eine präzise Therapieplanung
Eine differenzierte Diagnostik ist die Basis einer erfolgreichen Krebs- und Bluterkrankungsbehandlung. Die Medizinische Klinik III nutzt ein breites Spektrum moderner Verfahren, um das individuelle Krankheitsbild exakt zu charakterisieren.
Diagnostische Verfahren
- Umfassende Laboranalysen inklusive immunologischer und hämatologischer Spezialdiagnostik
- Knochenmarkuntersuchungen mit zytologischer und histologischer Aufarbeitung
- Zytogenetische und molekulargenetische Analysen zur Risikostratifizierung
- Bildgebende Diagnostik wie CT, MRT, Sonographie und nuklearmedizinische Verfahren
- Endoskopische Untersuchungen im Rahmen der Abklärung von Magen-Darm-Tumoren
Auf dieser Grundlage werden individuelle Therapiepfade entwickelt, die bestmöglich an Tumorart, Stadium und persönliche Situation angepasst sind.
Therapien in der Hämatologie und Onkologie
Die Behandlung in der Hämatologie und internistischen Onkologie umfasst alle etablierten systemischen und unterstützenden Therapieverfahren. Ziel ist es, Heilungschancen zu maximieren, Krankheitsverläufe zu kontrollieren und Beschwerden zu lindern.
Chemotherapie und medikamentöse Tumortherapien
Ein Schwerpunkt liegt auf modernen medikamentösen Therapien:
- Konventionelle und dosisadaptierte Chemotherapien
- Immunonkologische Therapien (z. B. Checkpoint-Inhibitoren)
- Monoklonale Antikörper und Antikörper-Konjugate
- Gezielte molekulare Therapien (Targeted Therapies)
- Orale Tumortherapeutika mit strukturierter Verlaufskontrolle
Hämatologische Spezialtherapien
Für Patientinnen und Patienten mit Bluterkrankungen stehen besondere Behandlungsoptionen zur Verfügung:
- Intensivierte Protokolle bei akuten Leukämien
- Therapie bei myelodysplastischen Syndromen und myeloproliferativen Erkrankungen
- Unterstützende Transfusionstherapie von Blut- und Blutbestandteilen
- Behandlung komplexer Gerinnungsstörungen
Supportive und palliativmedizinische Maßnahmen
Begleitende Therapien sind entscheidend für Verträglichkeit und Lebensqualität:
- Schmerztherapie nach aktuellen Leitlinien
- Behandlung von Übelkeit, Infektionen und Blutbildveränderungen
- Ernährungsmedizinische Beratung und Unterstützung
- Psychoonkologische und sozialmedizinische Betreuung
- Enge Kooperation mit der Palliativmedizin zur Symptomkontrolle in fortgeschrittenen Krankheitsstadien
Stationäre, teilstationäre und ambulante Behandlung
Je nach Krankheitsbild und Therapieverfahren erfolgt die Behandlung stationär, teilstationär oder ambulant. Ziel ist es, den Klinikaufenthalt so kurz wie medizinisch vertretbar zu halten und dennoch ein hohes Maß an Sicherheit zu gewährleisten.
Stationäre Versorgung
Auf den spezialisierten Stationen stehen ein erfahrenes Pflegeteam und ärztliche Fachkompetenz rund um die Uhr zur Verfügung. Spezifische Hygienekonzepte bei immungeschwächten Patientinnen und Patienten tragen dazu bei, das Infektionsrisiko zu reduzieren.
Tagesklinik und Ambulanz
Viele Therapien können in tagesklinischer oder ambulanter Form durchgeführt werden. Die Patientinnen und Patienten kommen zur Behandlung in die Klinik und kehren anschließend in ihr privates Umfeld zurück. Das erleichtert die Integration der Therapie in den Alltag und trägt zur psychischen Stabilität bei.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit und Tumorboards
Die Behandlung von Blut- und Krebserkrankungen erfordert das Zusammenspiel verschiedener Fachrichtungen. In interdisziplinären Tumorkonferenzen werden Diagnostikbefunde besprochen und individuelle Therapiekonzepte gemeinsam erarbeitet.
Durch die enge Kooperation mit Bereichen wie Chirurgie, Strahlentherapie, Radiologie, Pathologie, Gastroenterologie und anderen internistischen Disziplinen entstehen maßgeschneiderte Behandlungspfade, die Leitlinienempfehlungen mit der persönlichen Situation der Betroffenen verbinden.
Individuelle Betreuung und psychosoziale Unterstützung
Eine Krebs- oder Bluterkrankung betrifft immer den ganzen Menschen und sein Umfeld. Die Medizinische Klinik III legt großen Wert auf eine einfühlsame Begleitung über die rein medizinische Behandlung hinaus.
- Aufklärungsgespräche in verständlicher Sprache
- Unterstützung bei Entscheidungsfindung zu Therapieoptionen
- Psychoonkologische Angebote zur Bewältigung der Diagnose
- Beratung zu Reha-Maßnahmen und sozialrechtlichen Fragen
- Mitbetreuung von Angehörigen und Bezugspersonen
Das Ziel besteht darin, Patientinnen und Patienten in allen Krankheitsphasen zu begleiten – von der Erstdiagnose über die Therapie bis hin zur Nachsorge.
Nachsorge, Langzeitbetreuung und Lebensqualität
Nach Abschluss der Primärtherapie bleibt eine strukturierte Nachsorge von großer Bedeutung. Sie dient dazu, Rückfälle frühzeitig zu erkennen, Spätfolgen zu behandeln und die Lebensqualität langfristig zu sichern.
Regelmäßige Kontrolltermine, angepasste Diagnostik und eine enge Kommunikation zwischen Klinik, niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten sowie weiteren Behandlern tragen zu einer verlässlichen Langzeitbetreuung bei.